Essstörungen

A woman in blue pajamas resting on a beige couch, reflecting relaxation and comfort.

Wenn das Essen den Alltag bestimmt

Essen ist weit mehr als die Aufnahme von Nahrung. Es ist mit Gefühlen, Gewohnheiten, Beziehungen und unserem Selbstbild verbunden. Gerät dieses Gleichgewicht aus den Fugen, kann das Essverhalten zunehmend den Alltag bestimmen. Dabei geht es nicht immer um den Wunsch, schlank zu sein. Viele Betroffene berichten vielmehr, dass sich die Essstörung schleichend entwickelt hat. Immer wieder höre ich den Satz: „Ich bin da einfach hineingerutscht.“ Was zunächst mit einer Diät, einem veränderten Essverhalten oder einzelnen Essanfällen beginnt, kann sich mit der Zeit zu einem Muster entwickeln, das immer mehr Einfluss auf das Denken, Fühlen und Handeln nimmt und letztendlich zu teils erheblichen körperlichen Folgen führen kann.

Zu den häufigsten Essstörungen zählen die Anorexia nervosa (Magersucht), die Bulimia nervosa (Bulimie) und die Binge Eating Störung die als häufigste Form der Essstörung gilt und durch wiederkehrende Essanfälle mit einem erlebten Kontrollverlust sowie anschließenden Scham und Schuldgefühlen gekennzeichnet ist.

Wie Therapie unterstützen kann

Jede Essstörung hat ihre eigene Geschichte. Deshalb richtet sich die Therapie nicht allein auf das Essverhalten, sondern auf die individuellen Ursachen und aufrechterhaltenden Faktoren. Gemeinsam betrachten wir, welche Funktion die Essstörung im Leben übernommen hat und welche Gedanken, Gefühle oder Situationen sie beeinflussen. Auf dieser Grundlage entwickeln wir neue Strategien, um den Umgang mit belastenden Emotionen zu verändern und Schritt für Schritt wieder selbstbestimmte Entscheidungen treffen zu können.

In meiner Praxis arbeite ich schwerpunktmäßig mit Methoden der kognitiven Verhaltenstherapie. Ein wichtiger Bestandteil kann dabei die Externalisierung sein. Die Essstörung wird nicht als Teil der eigenen Persönlichkeit verstanden, sondern als etwas, das Einfluss auf das Denken, Fühlen und Handeln gewonnen hat. Diese Sichtweise ermöglicht es, Abstand zu den Mechanismen der Essstörung zu gewinnen und den Blick wieder auf die eigenen Bedürfnisse, Werte und Ziele zu richten.

Bei einer Anorexia nervosa oder anderen Verläufen mit gesundheitlichen Risiken ist eine enge Zusammenarbeit mit Hausärzten, Fachärzten oder spezialisierten Kliniken ein wichtiger Bestandteil der Behandlung. Die psychotherapeutische Begleitung ergänzt in diesen Fällen die medizinische Versorgung und erfolgt in enger Abstimmung mit den beteiligten Behandlern.

Den Weg zurück zu einem gesunden Umgang mit sich selbst finden

Eine Essstörung betrifft nicht nur das Essverhalten, sondern wird häufig Teil der eigenen Persönlichkeit. Mein Ziel ist es, Sie dabei zu unterstützen, wieder Vertrauen in den eigenen Körper zu entwickeln, die Beziehung zu sich selbst zu stärken und Schritt für Schritt mehr Freiheit im Alltag zu gewinnen. Therapie bedeutet für mich dabei, gemeinsam die Konflikte hinter der Essstörung zu verstehen, und damit Voraussetzungen zu schaffen, wieder gesund mit sich und dem eigenen Körper umgehen zu können.

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